Petition gegen Papstrede im Deutschen Bundestag
Heute wurde eine Petition gegen die Papstrede im Deutschen Bundestag zusammen mit den ersten über 700 Unterschriften an den Präsidenten des Deutschen Bundestags übersandt. In dieser von den „Freien Bürger für demokratische Werte“ initiierten Petition protestieren Bürger dagegen, dass Papst Joseph Ratzinger bei seinem Besuch in Deutschland vor dem Deutschen Bundestag sprechen soll.
Dass der Papst dort als „Staatsoberhaupt“ sprechen würde, bezeichnete Dieter Potzel von den „Freien Bürgern“ als Farce: „Dem Vatikan fehlt die Staatseigenschaft, denn einige Hundert Prälaten sind kein ‚Staatsvolk’ und die Vatikanischen Gärten sind kein ‚Staatsgebiet’. Der Papst kommt als missionierender Kirchenführer, wie dies in der Vatikanischen Verfassung ausdrücklich vorgesehen ist. Bereits deshalb hat der Papst im Parlament eines Staates, der zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet ist, nichts verloren“, so Potzel.
Die Petition weist außerdem auf die persönliche Verantwortung Joseph Ratzingers für die jetzt bekannt gewordenen weltweiten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche hin. Durch Installierung eines weltweiten Systems zur Vertuschung klerikaler Sexualverbrechen wurde erreicht, dass Kinderschänder nicht der Polizei übergeben, sondern von einer Pfarrei in die andere versetzt wurden. Dadurch wurden immer neue Verbrechen begünstigt. Auch das kirchliche Kondomverbot, das Katholiken, insbesondere in Afrika, in schwere Gewissenskonflikte bringt und zur weiteren Ausbreitung von Aids führt, wurde vom gegenwärtigen Papst aufrecht erhalten.
Auf der Website des Forums der „Freien Bürger“ wird die Papstrede als „Opium für die Politiker und Weihrauch für das Volk“ charakterisiert.
Jeder kann sich im Internet dieser Petition unter http://www.freie-buerger-fuer-demokratische-werte.de/hiermit-unterstuetze-ich-die-petition/index.php anschließen. Die erste Unterschriftensammlung wurde am 5.7.2011 dem Bundestagspräsidenten übersandt. Das Petitionsrecht ist ein in Art.17 des Grundgesetzes garantiertes Grundrecht. Der Bundestag muss deshalb über diese Petition entscheiden.
Abschließend stellt Potzel fest: “Es gibt in Deutschland bereits großen Unmut gegen den Pomp des Papstbesuches und dessen weitgehender staatlicher Finanzierung“.



