Freie Bürger für demokratische Werte

Kirchliche Verzweiflungsoffensive

Kirchliche Verzweiflungsoffensive


Pressemitteilung


„Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Der Vatikan hat also die Schnapsidee einer Papstrede im Bundestag offenbar selbst eingefädelt!“ Mit diesen Worten kommentiere Matthias Holzbauer, Vatikanexperte der kirchenkritischen Organisation Freie Bürger für demokratische Werte die Meldung des Deutschlandradios, wonach es „der Wunsch des Vatikan“ gewesen sei, „dass der Papst eine Rede im Bundestag halten kann. Dieser Wunsch sei über den Vorsitzenden der Bischofskonferenz an den Bundespräsidenten weitergegeben worden.“ Der Katholik Lammert habe diesen Wunsch dann in den Ältestenrat des Bundestags hineingetragen, wie Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Fraktion erklärt hat. (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1380445/)

„Es ist schwer zu sagen, was dreister ist“, so Holzbauer: „Dass der Papst sich ungeniert selbst in den Bundestag einlädt, oder dass das Parlament sich offenbar bereitwillig vor den Karren einer kirchlichen Verzweiflungsoffensive spannen lässt.“ Die Vatikankirche sei momentan durch drei Umstände schwer angeschlagen: Durch die Missbrauchsskandale, durch eine Kirchenaustrittswelle und durch die endlich aufkommende Diskussion, ob die staatlichen Milliardenzahlungen an die Kirchen noch zeitgemäß seien. Der letztere Punkt erkläre auch, weshalb die protestantischen Abgeordneten mit an diesem Strang ziehen – denn auch die Lutherkirche fürchte um ihre Pfründe.

„Der Vatikan hat bereits im September 2010 eine Offensive gestartet, in der es um die ‚Neu-Evangelisierung Europas’ gehen soll“, so der Vatikanexperte. „Ziel dieser Offensive ist es offenbar, wieder mehr zahlende Kirchenmitglieder in den Pferch zu bekommen. Der Besuch im zahlungskräftigen Deutschland und die Rede im Bundestag sind Teil dieser Strategie. Es ist ein Armutszeugnis für die Mehrzahl der Parlamentarier, dass sie diese Strategie entweder nicht durchschaut oder sogar gebilligt haben.“ Holzbauer ermutigte die kritischen Stimmen unter den Abgeordneten, jetzt nicht nachzulassen. „Es geht um die Würde der Verfassung und um die Ehre des Parlaments, das sich nicht für eine leicht durchschaubare Werbe- und Vernebelungs-Show des Oberpriesters der Vatikankirche missbrauchen lassen sollte!“